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12.06.2018 08:55 Alter: 68 days
Kategorie: Ordnungsamt

Achtung! Eichenprozessionsspinner im Hünfeldener Wald


Allgemeines

Seit Jahren nimmt die Population an Eichenprozessionsspinnern immer mehr zu.
Mittlerweile ist dieser auch bei uns zu finden. Die unscheinbaren Nachtfalter, die zur Familie der Schmetterlinge gehören, legen ihre Eier meist im oberen Kronenbereich der Eichen ab. Je nach Witterung schlüpfen die Raupen zwischen April und Mai. Die Jungraupen bilden Sammelplätze aus zusammengesponnenen Blättern und Zweigen. Abends begeben sie sich in langen (Prozessionen) Reihen zur Nahrungssuche. Die Gefahr ist während der Fresszeit der Raupen am größten.

Welche Risiken bestehen?

Eine gesundheitliche Gefährdung für den Menschen geht von den sehr feinen Haaren aus, die dem Eichenprozessionsspinner ab dem 3. Larvenstadium wachsen. Diese Brennhaare können sehr leicht abbrechen und enthalten als Nesselgift Thaumetopein.
Bei ungünstiger Witterung können die Haare über weite Strecken getragen werden.
Unmittelbar nach dem Hautkontakt entwickelt sich ein sehr unangenehmer Juckreiz, dem ein Ausschlag folgt. Neben einer Hautentzündung können Quaddeln oder anhaltender Knötchen auftreten, die an Reaktionen auf Insektenstiche erinnern. Bei Kontamination der Augen kommt es zu Augenreizungen, beim Einatmen der feinen Haare kommt es zu Reizungen der Mund- und Nasenschleimhaut, die zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und zu Atemnot führen kann. Begleitend können Allgemeinsymptome wie Schwindel, Benommenheit und Fieber auftreten. Sollte es nach einem Kontakt zu allergischen Symptomen kommen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der Betroffene sollte dabei von sich aus auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hinweisen.

Wie kann ich mich schützen?

Die Abwehr der Gesundheitsgefahr erfolgt im Einzelfall als Maßnahme der Gefahrenabwehr durch die örtlich zuständigen Ordnungsbehörden. Eine Bekämpfung muss in Erwägung gezogen werden, in Gebieten, in denen Menschen durch die Gifthaare unmittelbar gefährdet sind und eine Absperrung des befallenen Gebietes nicht möglich ist.
Grundsätzlich soll die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners nur von Fachleuten durchgeführt werden. Sie haben ausreichend Erfahrungen, dies gilt auch für die Umsetzung erforderlicher Sicherheitsmaßnahmen. Zudem verfügen sie über die ggf. erforderlichen Genehmigungen und die Sachkunde für die Anwendung in Frage kommender Bekämpfungsmittel. Andere Personen gehen grundsätzlich bei Bekämpfungsmaßnahmen ein unnötig hohes Risiko ein..

Wer ist besonders gefährdet?

Erholungssuchende im Wald
Besucher von Freizeitanlagen
Spielende Kinder im Wald
Waldarbeiter und Selbstwerber in befallenen Waldgebieten

Welche Vorsichtsmaßnahmen kann ich treffen?

Raupen und Nester keinesfalls berühren
Sofortige Körperreinigung und Wechsel der Kleidung
Anfallende Arbeiten in betroffenen Gebieten verschieben

Welche Gebiete sind in Hünfelden bisher betroffen?

Am Weißen Berg in Richtung Dauborner Anlagen
Verlängerung der Feldbergstraße im Wald
Grillplatz Ohren im Wald
Mensfelder Kopf
In der Hardt (ehemaliger Sportplatz Heringen)

Letztlich ermöglicht allein das Wissen um die negativen Eigenschaften der Raupe und eine entsprechend umsichtige Verhaltensweise schon eine starke Minimierung der tatsächlichen Gefahr. Die Problematik um den Eichenprozessionsspinner vollständig in den Griff zu bekommen ist nicht vollständig möglich. Es handelt sich vielmehr um eine punktuelle Schadensbegrenzung und Abwehr akuter Gefahrenquellen.

Sichtungen des Eichenprozessionsspinners nimmt das Ordnungsamt unter der Telefonnummer 06438/838 – 31, - 28 oder – 48 entgegen.