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22.10.2020 15:15 Alter: 37 days
Kategorie: Rathaus

Eine eigene App für drei Kommunen - Zuschuss aus dem Leader-Programm


Stellten die neue Gemeinde-App vor (von links): Silvia Scheu-Menzer, Frank Groos, Jonas Partsch, Projektleiter Michael Urbanke, Bernd Hartmann und Dominik Müller. foto: ROBIN KLÖPPEL

BRECHEN/HÜNFELDEN/SELTERS - Die Gemeinden Brechen, Hünfelden und Selters bieten ab sofort für alle Interessierten Gemeinde-Apps an. Über diese können sich Bürger künftig über Neuigkeiten in ihrer Gemeinde informieren und über Veranstaltungstermine. "Auch Vereine und Gewerbetreibende können die App nutzen, um über ihre Tätigkeit zu informieren", sagte Hünfeldens Bürgermeisterin Sylvia Scheu-Menzer (parteilos) am Montag bei der Präsentation im Alten Rathaus in Niederbrechen.

Das Interesse an der App sei bereits groß, merkte der Brecher Verwaltungschef Frank Groos (parteilos) an. Im Brecher Gemeindegebiet hätten sich mittlerweile nach einem Hinweis darauf in den sozialen Netzwerken 550 Personen registriert. Die anderen beiden Kommunen haben die App noch nicht groß beworben, rechnen aber auch mit großem Zuspruch. Der Selterser Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos) sprach von einer idealen Ergänzung zu den bereits bestehenden Angeboten wie Webseite und gemeindlichem Wochenblatt. Gerade, wenn Infos an möglichst viele Bürger schnell raus müssten, beispielsweise wenn Trinkwasser verunreinigt sei, sei eine solche Gemeinde-App ideal. Sylvia Scheu-Menzer berichtete, dass es ursprünglich die Idee gewesen sei, ein Kreis-Projekt daraus zu machen. Doch andere Bürgermeister seien aufgrund des für die Einrichtung nötigen Arbeitsaufwandes zögerlicher gewesen und wollten erst einmal abwarten, wie die App im Goldenen Grund laufe.

Gesamtinvestition von 58 000 Euro
Bad Camberg, das mit den drei Nachbarkommunen in vielen Fällen kooperiere, habe ein eigenes Website-Projekt und sei darum in diesem Fall nicht mit eingestiegen. Mittlerweile hätten aber einige Bürgermeister der Region schon gesagt, dass sie die App nun auch wollten, und nach den ersten Erfahrungen aus Brechen, Hünfelden und Selters gefragt. Da es sich laut Groos bei der Kooperation der drei Kommunen um ein Modellprojekt handele, sei der Zuschuss relativ hoch und die Eigenbeteiligung der Kommunen vergleichsweise überschaubar gewesen. 37 000 Euro aus dem Leader-Programm habe es dafür gegeben. Bei Gesamtinvestitionen von 58 000 Euro blieben also für jede der drei Kommunen noch knapp über 7000 Euro an Eigenbeteiligung.

Warum die Kommunen für sich eine eigene App entwickeln ließen? Frank Groos betonte, dass es natürlich schon Apps für manche Großstädte gebe, doch die kleineren Südkreis-Kommunen hätten ganz andere Anforderungen an die Inhalte einer solchen App. Folglich sei mit dem Unternehmen Webfacemedia aus Limburg nach einer Ausschreibung ein Partner verpflichtet worden, der die Region und die Kommunen sehr gut kenne und zusammen mit seiner Limburger Kooperationsagentur Wunderbit die passende Lösung gefunden habe.

Groos meinte, jede Kommune für sich alleine hätte eine solche App nicht entwickeln können. Trotz der gemeinsamen Vorarbeit habe aber jede Kommune ihre eigene Seite. Das heißt, wer nur über Brechen informiert sein will, kriegt nicht die Hünfeldener und Selterser News aufs Phone - und auch nicht umgekehrt.

Scheu-Menzer erklärte, dass man mit Bürgerinfos über die App auch nicht übertreiben wolle, dass alle fünf Minuten eine neue Information komme. Man wolle sich auf die möglichst für viele Bürger interessanten wichtigen News beschränken. Groos sieht die App als praktischen Helfer im Alltag, der in jede Hosentasche passe.

Auf dem neuesten Stand halten
Wichtig sei wie bei allem, die App auch zu pflegen, um die Infos auf dem neuesten Stand zu halten, weiß Scheu-Menzer. Die App beinhaltet Infos zu den Ansprechpartnern in der Verwaltung, Vereinen, Unternehmen, der Gastronomie, öffentlichen Einrichtungen, Freizeitaktivitäten, Sehenswürdigkeiten und einen Veranstaltungskalender, mit dem man keine interessanten Events in der eigenen Gemeinde mehr verpasst. Jeder kann sich auch direkt per Push-Nachricht alle wichtigen Meldungen und Bekanntmachungen aufs Phone senden lassen. Längere Internetrecherchen werden also überflüssig.

Es gibt einen Abfallkalender mit allen Terminen und eine Push-Erinnerung, damit man nicht vergisst, seine Mülltonne rechtzeitig rauszustellen. Und die Bürger können auch selbst aktiv werden. So gibt es einen Mängelmelder, über den die App-Nutzer ihnen auffallende Probleme im Gemeindegebiet mitteilen können.
Die aktuelle Version soll aber noch nicht der letzte Schritt sein. In einer nächsten Version ist geplant, dass persönliche Daten, Passwörter und Ausweisnummern auf dem eigenen Gerät gespeichert werden, damit Behördengänge und Antragstellungen in Zukunft viel einfacher erledigt werden können. Die Apps sind in den Stores von Google und Apple unter den Suchbegriffen Gemeinde Brechen, Gemeinde Hünfelden und Gemeinde Selters zu finden.

ROBIN KLÖPPEL - Nassauische Neuen Presse vom 21.10.2020