Wald / Forstwirtschaft

Brennholzeinschlag 2020

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

wir bitten Sie, Ihren bedarf an Buchen-Industrieholz (5m-Längen) bis spätestens 31.12.2019 bei der Gemeindeverwaltung anzugeben.

Interessenten werden gebeten, den Bestellschein zu verwenden oder persönlich im Bürgerbüro vorzusprechen.

Der Einschlag kann nur nach den vorliegenden Bestellungen vorgenommen werden. Der unterschriebene Bestellschein muss im Rathaus (Bürgerbüro) abgegeben werden. Eine telefonische Bestellung reicht nicht aus.

Für Buchen-Industrieholz beträgt die Bestellmenge 5 oder 10 Festmeter (fm) zum Preis von 55 Euro/fm.

Die Bereitstellung kann gegebenenfalls witterungsbedingt bis im späten Frühjahr erfolgen.

Für weitere Informationen steht Ihnen Frau Brigitte Eisel unter Tel.: 06438/838-33 oder per E-Mail Brigitte.eisel@huenfelden.de gerne zur Verfügung.

 

Silvia Scheu-Menzer

Bürgermeisterin

Waldbegehung in Hünfelden – Gemeinde informiert sich über die Pflege und Nutzung ihres Gemeindewaldes

Forstamtleiter Johannes Maassen (v.l.n.r.), Armin Wiche, Forstamtsrat, Hans Mattersberger, Forstwirtschaftsmeister der Gemeinde, Jenna Clemens (Auszubildende zur Forstwirtin), .Marco Immel Forstwirtschaftsmeister der Gemeinde und Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer bei der Waldbegehung.

Bei schönstem Wetter fanden am 24.09.2016 sich insgesamt 47 Teilnehmer zur diesjährigen Waldbegehung im Gemeindewald Hünfelden, in der Gemarkung Ohren ein. Geladen hatte die Bürgermeisterin, Frau Silvia Scheu-Menzer. Die Mitglieder des Gemeindevorstandes, der Gemeindevertretung, einige Ortsvorsteher sowie Vertreter des ehrenamtlichen Naturschutzes und der Jägerschaft wurden von den Vertretern des Forstamtes Weilmünster (HESSEN-FORST) ausführlich über die Planung und Ausführung typischer Forstbetriebsmaßnahmen in den unterschiedlichen Waldentwicklungsstadien informiert.


Nach der Begrüßung durch Frau Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer und den Leiter des Hessischen Forstamtes Weilmünster, Herrn Forstdirektor Johannes Maassen erläuterte dieser den komplexen Ablauf der Rohholzbereitstellung, unterschiedliche Messverfahren und besonders den Verkauf des Holzes durch das Forstamt. Gesichert ist der Absatz der unterschiedlichsten Stamm- und Industriehölzer durch Vorverträge von HESSEN-FORST mit langjährigen solventen Kunden. Bei einem durchschnittlichen Nutzungsanfall von circa 9ooo Erntefestmeter im 1370 Hektar großen Gemeindewald liegt diese Menge aber noch deutlich unter dem laufenden jährlichen Zuwachs, sodass derzeit noch Holzvorrat aufgebaut wird.


Ein wichtiger Aspekt bei der Bewirtschaftung des Hünfeldener Waldes ist die natürliche Verjüngung möglichst verschiedener Baumarten. Das bedeutet, dass sich die Forstleute den Aufschlag oder Anflug des Samens der Waldbäume zunutze machen. Die künstliche Verjüngung durch Pflanzungen findet im geringeren Maße eher auf Sturmschadensflächen oder zur Nadelholzeinmischung, in bereits stark mit Buchen natürlich verjüngten Waldbeständen statt.  In einem alten und reich strukturierten Eichenbestand mit Buchen und Lärchen konnte der Leiter der Hessischen Revierförsterei Hünfelden, Herr Forstamtsrat Armin Wiche die Vorgehensweise zur Sicherung und Pflege einer natürlichen Verjüngung mit Traubeneichen vorstellen. Diese gilt in der Forstwirtschaft gemeinhin als schwierig, da die Erfolgsfaktoren Steuerung des Lichtgenusses, Beherrschen der Konkurrenzvegetation durch Jungwuchspflege und Schutz gegen Wildverbiss gleichzeitig gewährleistet sein müssen. In Hünfelden konnten jedoch bereits zwei größere Alteichenbestände unter Anwendung unterschiedlicher Verfahren erfolgreich natürlich verjüngt werden.
Die Pflanzung mit gängigen Pflanzgeräten wurde durch Forstwirtschaftsmeister Marco Immel auf einer durch Käferbefall entstandenen Freifläche demonstriert. Den Teilnehmern wurden die Behandlung des Pflanzgutes und auch der Bewegungsablauf bei der fachgerechten Pflanzung gezeigt. Auf einer 6-jährigen Douglasien-Kulturfläche, welche nach Sturmschaden wieder aufgeforstet wurde, erläuterte Marco Immel die Notwendigkeit und Vorgehensweise der Kulturpflege. Dabei ging er besonders auf den Einsatz verschiedener Geräte und Maschinen ein.


In einem 30-jährigen Laubholzbestand mit vornehmlich Bergahorn, Traubeneiche und Buche wurde das Prinzip der Auslesedurchforstung von Forstwirtschaftsmeister Hans Mattersberger vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Durchforstungsverfahren, bei dem nach bestimmten Qualitäts- und Stabilitätskriterien Bäume ausgewählt („ausgelesen“) werden und durch Entnahme der ärgsten Kronenbedränger frühzeitig bessere Wachstumsbedingungen genießen. Bereits nach zweimaliger Auslesedurchforstung konnten sich die Teilnehmer von der Wirkungsweise dieses Pflegeverfahrens überzeugen.


Die klassische Hochdurchforstung, bei der eine Kronenpflege der besten Bäume im Bestand und ebenso die Entnahme qualitativ schlechter oder beschädigter Bäume vorgenommen wird, erklärte Armin Wiche auf einer Probefläche in einem 86-jährigen Buchenbestand mit einzeln bis kleinflächig eingemischten Nadelbaumarten im sogenannten Ausreifungsstadium. Erklärt wurden auch die einzelnen Strukturelemente (Schichtung) und die Mischungsformen des Waldes. Im weiteren Verlauf sahen die Teilnehmer eine 227-jährige Furniereiche, welche in sparsamer Stückzahl jährlich auf den Wertholzversteigerungen von HESSEN-FORST verkauft werden. In den letzten Jahren konnten Traubeneichen aus Hünfelden dort schon zweimal das Spitzenergebnis erzielen. 


Den fachlichen Abschluss bildete der Vortrag von Forstamtleiter Johannes Maassen in einem 117-jährigen qualitativ hochwertigen und wüchsigen Buchenbestand im Regenerationsstadium. Das bedeutet, dass zielstarke alte Bäume geerntet werden und Licht für die darunter bereits flächendeckende Naturverjüngung, bestehend aus Buche, Fichte, Lärche und Bergahorn, geschaffen wird. Das Erkennen des natürlichen Verjüngungspotenzials und das frühzeitige Sichern der verschiedenen Baumarten durch Jungwuchspflege, besonders der Fichtennaturverjüngung, wurden an diesem schönen Waldbestand sehr praktisch vorgezeigt.
Zum abschließenden Gedankenaustausch wurde in und um die  „Kamphütte“ (Eine Betriebshütte im ehemaligen Forstpflanzengarten Kirberg, welche heute besonders für waldpädagogische Veranstaltungen dient), noch eine Stärkung gereicht.


Insgesamt wurde von allen Teilnehmern großes Lob den Verantwortlichen für die Gestaltung des Tages gezollt. Frau Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer dankte allen für das gezeigte Interesse, den Gemeindebediensteten für die Organisation rund um die Waldbegehung und den Vertretern von HESSEN-FORST, Herren Maassen und Wiche für die langjährige, vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Zertifizierung des Hünfeldener Gemeindewaldes

Alle Beteiligten freuten sich über den "Ritterschlag" für den Hünfeldener Wald. Foto: nnp

Auszug aus der Nassauischen Neuen Presse vom 06.09.2012

"Ritterschlag" für Hünfeldens Gemeindewald

Standards für eine nachhaltige und ökologische Waldbewirtschaftung sind laut eines Zertifikats im Goldenen Grund erfüllt

Der 1370 Hektar große Wald der Gemeinde Hünfelden ist nach den internationalen "Standards für eine nachhaltige und zudem auch ökologische Waldbewirtschaftung (PEFC)" zertifiziert worden.

Hünfelden. Dieser hochwertigen, ökologischen, sozialen und ökonomischen Bewirtschaftung hat sich die Gemeinde Hünfelden selbst verpflichtet und wurde im Rahmen einer deutschlandweiten Stichprobe hinsichtlich der Erfüllung der umfangreichen PEFC-Standards überprüft. Durch den unabhängigen Sachverständigen Alfred Raunecker von der Zertifizierungsgesellschaft und Umweltgutachterorganisation LGA aus Augsburg wurde die Waldbewirtschaftung kritisch begutachtet und bewertet. Das Urteil war überwältigend: "Der Gemeindewald Hünfelden wird vorbildlich nach den PEFC-Kriterien bewirtschaftet." Das kommt einem "Ritterschlag" gleich, sowohl für die Gemeinde mit den im und für den Wald Beschäftigten als auch für den mit der Bewirtschaftung und Pflege beauftragten Dienstleistungsanbieter Hessen-Forst. Die Gemeinde Hünfelden, das Forstamt Weilmünster und die Revierförsterei Hünfelden konnten nachweisen, dass die nachhaltige Waldbewirtschaftung in der Weise erfolgt, die die biologische Vielfalt, die Produktivität, die Verjüngungsfähigkeit, Vitalität sowie wirtschaftlichen Interessen und die Erholungsfunktion berücksichtigt oder sicherstellt.

In der Abschlussbesprechung lobte Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer (parteilos) die intensive und sehr gute Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Hünfelden und Hessen-Forst, insbesondere der Revierförsterei Hünfelden. Prüfer Alfred Raunecker zeigte sich besonders von der kompetenten und leidenschaftlichen Professionalität der beiden Forstwirtschaftsmeister der Gemeinde Hünfelden, Hans Mattersberger und Marco Immel, sowie dem Leiter der Hessischen Revierförsterei Hünfelden, Armin Wiche, überzeugt. Ebenso war er beeindruckt von den vielfältigen Waldbildern. Die Bürgermeisterin dankte für die gute Zusammenarbeit zwischen der für forstliche Belange zuständigen Leiterin der Finanzabteilung, Brigitte Eisel, und dem Revierleiter. (wu)